Vortrag 41
Titel:
SAGA-konforme Webapplikationen – Herausforderung und Perspektiven
(Dr. Thomas Biskup, Dr. Gero Presser)
Session:
Architekturmanagement und der Architekturstandard SAGA
Datum und Uhrzeit:
Dienstag, 4. Mai 2010 von 16:20 bis 17:00 Uhr
Beschreibung:
1 Motivation
SAGA definiert eine Vielzahl von technischen und methodischen Vorgaben für die Entwicklung von e-Government-Anwendungen. Um Kosten zu reduzieren ist die pauschale Forderung nach SAGA-Konformität nicht gestattet. Gleichzeitig sind die SAGA-Richtlinien an vielen Stellen vage gehalten, um eine wirtschaftlich flexible Umsetzung von Fachverfahren zu unterstützen. In manchen Bereichen (beispielsweise Barrierefreiheit auf Basis von BITV oder der spezifischen Forderung verbindlicher Technologiestandards) gibt es aber auch sehr konkrete Vorgaben, die auch sehr häufig in Ausschreibungen gefordert werden. Gerade moderne Webanwendungen („Web 2.0“-basierte Anwendungen auf Basis von AJAX und DHTML) stehen hier aber vor signifikanten Herausforderungen: Einerseits wird von Fachseite her maximaler Bedienkomfort, hohe Reaktionsfreudigkeit von Anwendungen und eine weitreichende Unterstützung von Gelegenheitsanwendern gewünscht, andererseits müssen solche Anwendungen auch ohne Technologien wie Javascript (oder gar CSS) einsetzbar sein um Barrierefreiheit sicherzustellen. Dies ist mit den meisten modernen Frameworks nur schwer sicherzustellen, da beispielsweise Barrierefreiheit bislang nur eine untergeordnete Priorität in der Entwicklung von Webframeworks genießt.
2 Ansatz
Dieser Vortrag stellt „schwierige“ Anforderungen, die sich aus den SAGA-Richtlinien ergeben den verfügbaren Lösungen gegenüber und thematisiert die existierenden Möglichkeiten zu einer wirtschaftlichen, risikoarmen, den Nutzen maximierenden Vorgehensstrategie bei der Umsetzung von Anwendungen auf Basis des SAGA-Standards. Dabei wird besonderer Wert auf die Betrachtung des Eignungspotenzials verschiedener Open-Source-Lösungen gelegt und anhand von Projektbeispielen diskutiert, welche Probleme sich bei der Verwendung aktuell beliebter Frameworks (JavaServer Faces, Spring, usw.) ergeben können. So werden Projektrisiken verdeutlicht. Anschließend präsentieren die Autoren auf Basis dieser Erkenntnisse konkrete Lösungsvorschläge, wie sowohl Behörden als auch Dienstleister ihre Projektrisiken strategisch minimieren können und so die Qualität von Projekten nachhaltig steigern können.
3 Zusammenfassung
Der Vortrag schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und gibt in Form kurzer Best Practices konkrete Handlungsanweisungen, um das Kosten-Nutzen-Verhältnis SAGA-konformer Webanwendungen zu maximieren und potenzielle Fallstricke sowohl bei Ausschreibungen als auch in der Umsetzung zu vermeiden.
Referenten:
![]() |
Dr. Thomas Biskup wurde 1971 in Gelsenkirchen geboren und hat von 1990-1997 in Dortmund Informatik mit dem Nebenfach Betriebswirtschaftslehre studiert. Das Studium hat er 1997 “mit Auszeichnung” abgeschlossen und er wurde für seine Diplomarbeit mit dem Hans-Uhde-Preis sowie dem Deutschen-Software-Engineering-Preis der Ernst-Denert-Stiftung ausgezeichnet. Nach einem kurzen Zwischenstopp an der Universität Dortmund hat er dort im Jahr 2001 die QuinScape GmbH mitbegründet (http://www.quinscape.de/) und ist seitdem für das Unternehmen als geschäftsführender Gesellschafter tätig. Die QuinScape GmbH ist auf die modellbasierte Entwicklung von Portalen spezialisiert und betreut mit 45 Mitarbeitern etwa 300 Kunden. Berufsbegleitend hat er zwischen 2005 und 2009 promoviert und sich in seiner Dissertation mit der Frage beschäftigt, wie neue und agilere modellgetriebene Ansätze zu einer nachhaltigen Vereinfachung des Software-Erstellungsprozesses – insbesondere auch in kleineren Projekten – führen können. Aus diesen Arbeiten sowie den langjährigen Erfahrungen und Partnerschaften der QuinScape GmbH ist das OpenSAGA-Projekt (http://www.opensaga.de) hervorgegangen, dass Herr Biskup als Project Lead begleitet. OpenSAGA ist eine Open-Source-Plattform zur Erstellung SAGA-konformer und Java-basierter Webanwendungen, die durch neuartige modellbasierte Abstraktionen die fachliche Modellierung in den Vordergrund stellt, Einarbeitungs- und Weiterbildungsaufwände reduziert und die Evolution von Systemen nachhaltig vereinfacht. |
![]() |
Dr. Gero Presser wurde 1973 in Frankfurt a.M. geboren und hat von 1994-1999 in Dortmund Informatik mit dem Nebenfach Betriebswirtschaftslehre studiert. Das Studium hat er 1999 “mit Auszeichnung” abgeschlossen und wurde für seine Diplomarbeit mit dem Hans Uhde-Preis ausgezeichnet. Von Mai 1999 bis Anfang 2001 war er am Lehrstuhl Informatik I an der Universität Dortmund tätig. Seine Forschungsschwerpunkte lagen im Bereich der Entscheidungstheorie und Wissensrepräsentation sowie deren Anwendung z.B. im Bereich des eBusiness. In seiner Dissertation hat Herr Presser ein neues Verfahren zur Entscheidungsfindung erarbeitet. Kernidee des “Lazy Decision Making” ist das pragmatische Entscheiden auf Basis angemessener Informationsmengen. Im Jahre 2001 war Gero Presser einer der Mitgründer der QuinScape GmbH (http://www.quinscape.de/) und ist seitdem für das Unternehmen tätig als geschäftsführender Gesellschafter. Die QuinScape GmbH ist auf die modellbasierte Entwicklung von Portalen spezialisiert und betreut mit 45 Mitarbeitern etwa 300 Kunden. QuinScape ist treibende Kraft hinter dem Open-Source-Projekt OpenSAGA (http://www.opensaga.de). |

